Montage X-Antrieb

Kugelumalufspindeln, Muttern und Lager installieren

Zunächst werden die Mutternhalter auf den Lagersitzen des unteren Portalverbinders (20 mm Alu AW5083) vorgespannt, mit Winkeln ausgerichtet, gemessen und dann voll angezogen. Eine Anschlagsnut nach außen erleichtert hier wieder das Leben. Die Spindel wird samt Mutter eingeführt und leicht vorgespannt. Das Kugellager des Loslagers entsprechend aufgesteckt und mit dem Sicherungsring versehen. Bei der Planung der Endenbearbeitung der Spindeln habe ich 2 mm Luft zwischen Endenbearbeitung und Kugellager kalkuliert. Damit sind alle Toleranzen bei der Bearbeitung und möglichen Temperaturwechseln aufgehoben.

Die Spindel wird in den vorgespannten Mutternhalter eingeführt. Dann wird das Portal mechanisch bis an die Loslager-Stirnplatte hinten gefahren, der Loslagersitz voll angezogen und dann erst die Kugelumlaufmutter im Mutternhalter voll angezogen. Referenz bei der Montage ist das Loslager. Das Festlager wird samt Mutter vorgespannt, das Portal wird dann an die gegenliegende Stirnplatte zu den Festlagern gefahren und dann die Lagersitze voll angezogen. Zum Schluss werden die Muttern des Festlagers nach Herstellerangabe angezogen und die Zahnriemenscheiben auf Abstand montiert. In meinem Fall wird diese Arbeit zwei Mal parallel ausgeführt.

Installation des Zahnriemens und Spannen

Bei meinem Testaufbau zur Ermittlung der Riemenlänge wurde auch deutlich, dass das Spannen eines 25 mm Riemens nicht ganz so trivial ist . Somit musste eine Lösung her, bei der ein ungespannter nzw. nur leicht vorgespannter Riemen zunächst aufgelegt wird und dann entsprechend gespannt, ohne dass die Lager und Motorwellen stark belastet werden. Entstanden ist dabei eine 15 mm starke Konsole aus Alu, die vergleichbar mit einem Bajonettverschluss bzw. Langlöchern funktioniert: sie wurde so angelegt dass sowohl Antriebe in NEMA 23, 24, als auch 34 eingepasst werden können, da zu dem Zeitpunkt die Motorfrage noch nicht entschieden war. Entsprechend groß ist auch der Durchbruch in der Stirnplatte, er lässt alle Optionen zu. Nach Servoeinkauf mussten die Konsolen neu gefräst werden. Trotz Normgrößen beim Einbau haben die Hersteller unterschieliche Radien, Fasen und Lochbilder an den Motoren.

Der Antrieb wird mit Zahnriemenscheibe im Zentrum der Konsole montiert, die beiden Riemenspanner werden mit je M8 montiert. Dann wird die Konsole in die Stirnplatte eingeführt und die vier M8 Schrauben in den Langlöchern nur leicht vorgespannt, sodass die Konsole beweglich bleibt.

Die Riemen wird in meinem Fall so gespannt dass beim Lasttrum auf halber Strecke eine Eindrücktiefe rechtwinklig gemessen von 6 mm entsteht. Dafür ist zuvor etwas Mathematik notwendig, aber mit Hilfe von optibelt (Hersteller des Riemens) überhaupt kein Problem. Die Werte sind für jedes Setup individuell zu berechnen und gelten nur für diesen konkreten Fall.

Ich empfehle das Portal für diese Arbeiten entsprechend an einen mechanischen Anschlag zu fahren. Auf dem Lasttrum mit etwas Klebeband die halbe Länge markieren und an der Stirnplatte sowohl den Ist-Zustand als auch die 6 mm zu markieren. Sobald alles passt, werden die vier Schrauben der Langlöcher voll angezogen. Ein Nachspannen ist laut Hersteller nicht nötig. Bei diesem Setup ist für den Fall der Fälle ein Riemenwechsel innerhalb weniger Minuten möglich. Alle Teile bleiben nach Abnahme der späteren Verkleidung komfortabel zugänglich an der Maschine, deshalb wurde alles außenliegend konstruiert und nicht unterhalb einer Nutenplatte.

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