Antriebstechnik – es „weihnachtet“

Ich hatte mir zu Beginn überlegt, in Baugröße NEMA 23 bzw. 24 die möglichst stärksten, erhältlichen Schrittmotoren einzusetzen Üblicherweise landet man dann bei ca. 3 NM Haltemoment. Für die Motorplatten hatte ich mir einen NEMA 24 bestellt, vermessen und daraufhin die Aufnahmen gezeichnet und fräsen lassen.

Zwischenzeitlich sind sowohl im Closed Loop Bereich als auch bei Servoantrieben reichlich bezahlbare Alternativen für den Hobbyanwender erschienen. Letztendlich habe ich mich auch deshalb vom open loop Gedanken verabschiedet und für Servos auf allen Achsen entschieden. Die konkrete Wahl fiel nicht leicht, da der Markt mittlerweile voll von Lösungen ist, man sich aber meist auf Mundpropaganda und wenige Praxisberichte verlassen muss.

Nach einigen Vergleichen und Angeboten direkt von Herstellern, habe ich mich für eine Ausstattung von Lichuan mit je 230V Treibern entschieden:

  • 600 Watt an X und Y (Treiber: LCDB2 – 062002-LB622 | Motor: LCMT06L02NB – 60M01930B)
  • 400 Watt an Z mit Bremse (Treiber: LCDB2 – 042002-LB622 | Motor: LCMT04L02ZB – 60M01330B)

Das ist an meiner Maschine „Overkill“ oder zumindest obere Leistungsgrenze, aber perspektivisch die beste Lösung für alles was zerspant werden soll und andererseits auch mit das Stärkste was im Hobbybbereich für NEMA 24 derzeit erhältlich ist. Ich habe bei der Lineartechnik durchweg auf hochwertige Markenprodukte der oberen Qualitätsklasse für Hobbyuser gesetzt, Spindeln mit 10er Steigung an den langen Achsen, es geht um Zeitersparnis und Leistungsreserven für eine Maschine die ich viele Jahre ohne teuren Umbau nutzen können möchte.

Ich möchte nicht zu denen gehören, die ihre Maschine deprimiert nach 1-2 Jahren umbauen oder teuer aufrüsten, weil an falschen Stellen gespart oder zu schwach ausgelegt wurde.

Geschwindigkeit und Kraft, das dürfte mitsamt der 3kW Frässpindel für reichlich Schub und Späne sorgen. In meinem konkreten Fall bedeutet dies beim Fräsen eines Großmodellbausatzes mit vielen Quadratmetern (bis zu 13!) Holz oder Möbeln eine beachtliche Zeitersparnis – das ist das entscheidende Argument und rechtfertigt die Mehrausgaben an vielen Stellen. Für Hobbyanwender ohne zeitaufwendige Produktionen ist das vernachlässigbar.

 

Meine Meinung, Achtung böse: nervöse Videos von kleinen Fräsen die wie hyperaktive Bestückungsroboter programmiert sind, sind etwas für Foren und YouTube, um Besucher zu beeindrucken (die keine Fräse haben). Wer produktiv mit der Maschine arbeitet, wird diese Parameter selten bis nie brauchen. Mich beeindrucken derartige Demonstrationen nicht. Fragt die Autoren danach mit welchen Parametern sie in Alu und Stahl zustellen, das wäre viel interessanter als das „Zappeln“ zu zeigen.

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